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Germany
Studentin. 23 Jahr, sprödes Haar. Über alles und nichts im Leben.

Dienstag, 7. September 2010

Pain is what forces us to grow

07.09.10 00:52

Heute wurde es endgültig klar. Klarheit und Endgültigkeit und andersherum, meinetwegen. Wahre Gesichter, die sich nicht verstecken lassen, von beiden Seiten nicht. Das eine gut, das andere vielleicht auch, aber gut für einander, das wohl nicht.

Jetzt sitze ich hier in einem dunklen Raum, den ich, wie alle anderen Räume dieser leeren Wohnung, gerade aufgeräumt habe. Anfangs unter Tränen, träniger Wut, dann einfach nur so, leer eigentlich.

Als ich dann alleine am Bahnhof stand, vorhin, meine Bahn noch einundzwanzig Minuten entfernt, ließ ich mich an der kalten, grünfleckigen Wand nieder und konnte den Tränenfluss nicht stoppen, auch wenn das Salz nichts ändern würde. Ich fühlte mich so gedemütigt, zum scheinbar unendlichsten Mal. Nein, es ist endlich, endlich soll es endlich sein.



Dann war da diese freundliche Stimme (weiblich, 32, türkischer Akzent, Friseurin, ähnliche Probleme) und den restlichen Teil bis zur Ankunft meiner Bahn und die Bahnfahrt über begleitete sie mich, versuchte mich wohlig warm einzuwickeln und mir das Gefühl zu geben, nicht alleine zu sein.

Aber das bin ich jetzt. Darum geht es nicht. Ich weiß nichts und alles und eigentlich will ich auch gar nichts mehr wissen. Ich weiß es schon viel zu lange und weiß, dass es immer wieder passieren wird.

Manchmal (immer) kommt alles ganz anders, als man denkt. Das, was ich vorhin fühlte, kannte ich. Ich habe es lange gefühlt und langsam sollte ich erkennen, dass ich es immer wieder fühlen werde. Ich meine das gar nicht vorwurfsvoll, ich bin es, die damit so umgeht und die es sich so schwer macht. Ich sollte endlich anfangen, es mir einfach zu machen und zu verstehen, dass nichts davon abhängig ist. Dass ich mehr verdiene, dass ich gut bin, dass das nicht gut für mich ist, dass nichts auf der Welt all das, was passiert ist, gut machen kann und das es immer wieder passieren wird.
Aber es geht jetzt gar nicht darum, was war. Es geht nur um das, was ist, und unabhängig von allem, was geschah und was sich damit wiederholt, spiegelt - das vorhin, es reicht schon allein aus.

Wir werden nur noch ein Traum sein. Als hätte es uns nie gegeben. Und es wird gut so sein, für alle, für jeden, für uns.

Ich habe auch keine Kraft mehr mir selbst weh zu tun, das täte ich dann vielleicht gar nicht für mich, sondern nur um Druck zu machen, um zu manipulieren. Und davor hätte ich Angst, das soll nicht meine Motivation sein, ich will nicht, dass es mich so kaputt macht. Ich bin schon viel zu kaputt gegangen dabei, zu lange, zu oft.
Ich muss aufhören, die schönen Seiten so groß zu reden und so groß zu fühlen, der Realistin in mir Beachtung schenken. Verstehen, dass es ein Kreis ist, sich im Kreis drehen, ein Teufelskreis.

Das Vertrauen ist jetzt endgültig weg. Ich darf auch nicht mehr vertrauen, ich verrate mich nur selbst. Ich werde mich selbst aufgeben, ich werde am Ende nur noch sterben wollen, wenn ich das fortsetze.

Ich will nicht mehr lieben. Ich will nicht mehr atmen.
Dinge ändern sich. Dinge ändern mich. Ich habe mich so verändert und vielleicht gäbe es mich hier jetzt gar nicht, gäbe es mich überhaupt nicht, wäre das nicht alles passiert. Nichts ist umsonst und es war die schönste Zeit meines Lebens, das weiß ich sicher. Niemand kann mir das jemals nehmen. Aber vielleicht wird es sich nicht mehr fortsetzen und dann darf nur noch die Einsicht darüber kommen, nichts anderes.

Das, was ich hier schreibe soll mir nur jetzt und hier etwas helfen, den Schmerz zu verarbeiten, denn es hat keinen Sinn noch länger dafür zu leiden und sich den Arm aufzuschneiden und zu weinen und SMS und Emails und Briefe zu schreiben, 23 Anrufe in Abwesenheit zu hinterlassen... Es hat einfach keinen Sinn. Punkt. Ich weiß das. Ich weiß das alles. Ich muss nur anfangen es auch wissen zu wollen. Es geht mir nicht darum, Leser zu unterhalten.

Endgültigkeit. Das Ende ist gültig.

Vielleicht kann ich erst jetzt anfangen.

Ich darf keine Hoffnung mehr haben, ich muss aufhören, darauf zu hoffen, dass es sich verändern wird. Es wird sich nur drehen, ob im Kreis oder im Viereck. Ich bin eh nur lächerlich und wenn etwas geschehen sollte, dann aus einer Liebe heraus, derer ich mir niemals sicher sein darf und die nicht bedeutet, dass man füreinander da ist, dass man sich nicht im Stich lässt.
Ich kann nichts mehr tun. Ich habe so viel gekämpft. Jetzt wohne ich hier, litt, leide, lebe. Hätte ich lieber nur existiert, denke ich dann.

Er brauch mich nicht, er will mich gar nicht, er sieht mich gar nicht, er wird nie kämpfen, nie etwas ändern, mir die Schuld geben, nicht verstehen.
Während ich das schrieb dachte ich zu viel darüber nach, dass er es lesen könnte und mich für jedes einzelne Wort hassen würde, mich lächerlich finden würde, durchschaubar, armselig. Das allein sollte reichen, um zu erkennen, dass er mich nicht verdient. Weil ich nur anfange, fortsetze, mich zu hassen...

Ich will doch nur schlafen schlafen schlafen
und aufhören mit diesen Gedanken daran, dass ich drei Jahre durchgehend Schlafmittel nehmen will, weil es sich vielleicht erst dann wieder lohnt, aufzuwachen.
Ich will aufhören, mir selbst an allem die Schuld zu geben und mich nieder zu machen. Ich darf nicht mehr kämpfen, ich kämpfe für nichts, nur gegen mich.

I was a dreamer before you went and let me down.
Jetzt muss ich Realistin sein.


Morgen, wenn ich aufwache, wird alles egal sein und das, was ich jetzt schreibe, spielt keine Rolle mehr, hat nie eine gespielt. Ich werde mich vielleicht wieder hin- und herreißen lassen und bin eine Spielfigur auf einem Spielbrett, was ich fast allein erbaut habe. Du wirst die Probleme verdrehen und ganz andere sehen als ich. Vielleicht siehst du die Probleme aus ausschlaggebend, die ich nur wörtlich konstruiere, um zu verarbeiten. Es ist alles so egal, wir sind so klein auf dieser Welt. Es spielt keine Rolle, was mit uns geschieht.
Ich dachte, wir würden zusammen gehören, aber das ist lange her. Wir tun es scheinbar nicht. Wäre es so, würdest du mich nicht immer wieder nachts alleine stehen lassen.

Und am Ende frage ich mich jetzt wieder, ob es gut ist, dass hier zu veröffentlichen, ist es doch so persönlich und vielleicht das beste, wenn es nur für mich bleibt. Du wirst vielleicht wieder so etwas sagen wie was du denn hättest tun können, ich hätte ja schon alles gesagt und sogar das weite Internet erfährt vor dir, was mit mir los ist, was du mit mir gemacht hast. Aber das ist egal. Es ist egal, weil alles, was ich sage, was ich tue, eigentlich nichts ändern darf an deiner Liebe zu mir. Mir wird gerade klar, dass deine Liebe zu mir nur eigennützig sein kann, wenn so etwas immer wieder passiert.
... .

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